Beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen steht für viele Autobesitzer die Entscheidung an, ob sie ihre Reifen noch behalten oder lieber entsorgen sollen. Auch wer unter dem Jahr einen neuen Satz Reifen anschafft, sollte die Altlast nicht noch unnötig in der Garage liegen lassen. Doch bei rund 700 000 Tonnen Altreifen jährlich muss gut aufgepasst werden, dass die richtige Entsorgung stattfindet
Ein Reifen hat in der Regel mehr als ein Leben. Denn ist er erst einmal von seinem Erstzweck entbunden, findet man ihn in veränderter Form meist wieder. Je nach Kunststoffmischung wird er bei der stofflichen Verwertung zu Granulat oder Gummimehl verarbeitet und anschließend in der Bauindustrie als Dämmstoff verwendet oder beim Straßenbau als Bodenbelag beigemischt. Auch als Energieträger wird das Material eingesetzt und dient als Ersatz-Brennstoff für Erdöl.
Vielfältig wiederverwertbar
Doch auch zur Wiederverwendung am Auto werden in Europa ausrangierte Reifen genutzt. Während die Reifen bei uns aufgrund der im Winter kalten Witterung ab einem gewissen Reifenprofil nicht mehr ausreichend Sicherheit bieten und ersetzt werden müssen, können sie in trocken-warmen Gebieten noch gefahren werden. So werden beispielsweise jedes Jahr rund 150 000 Tonnen der Altreifen an Länder wie Afrika verkauft, die sie dann an ihren Autos montieren. Der Unterbau dieser Karkassen ist in der Regel noch in einwandfreiem Zustand und kann mit einer neuen Lauffläche versehen werden. Vor allem bei teuren Reifen von Nutzfahrzeugen kommt dies sehr häufig vor. Viele Reifen werden jedoch einfach in ihrem Zustand belassen und finden bei uns eine neue Funktion. Beispielsweise werden sie auf Kinderspielplätzen oder Reitställen zur Polsterung verwendet.
Anbieter prüfen
Wichtig ist, einen zuverlässigen und ordnungsgemäß arbeitenden Entsorgungsbetrieb zu beauftragen. Immer wieder kommen Fälle ans Tageslicht, bei denen die Reifen für ein Endgelt abgenommen werden, dann allerdings einfach gelagert werden und unter Umständen Schadstoffe ausstoßen. Um das zu vermeiden, hat sich vor einigen Jahren die Initiative „Zertifizierte Altreifenentsorgung“ gegründet und kontrolliert auf Grundlage der Entsorgungsfachbetriebsverordnung die einzelnen Anbieter. Gemeinsam mit dem TÜV geben sie Zertifikate aus, die eine fachgerechte Entsorgung garantieren. Der Preis für eine ordentliche Entsorgung beträgt gerade einmal zwei Euro pro Reifen – ein geringer Preis im Vergleich zu den Schäden, die bei unsachgemäßer Verarbeitung entstehen.
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