Die im Jahr 2009 eingeführte Abwrackprämie verfolgte das Ziel, die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen in Deutschland zu fördern und damit die Automobilindustrie zu unterstützen. Viele Konsumenten machten davon Gebrauch, ließen ihr altes Fahrzeug verschrotten und schafften sich einen Neuwagen an. Dafür erhielten sie die staatliche Prämie in Höhe von 2500 Euro.
Aufgrund dieser staatlichen Initiative im Rahmen des Konjunkturpakets II erlebte der Autokauf im Jahr 2009 im Vergleich zu den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg an Neuwagen. Ab dem 2. September 2009 konnten bereits keine Anträge mehr dafür angenommen werden, da die dafür vorgesehenen Finanzmittel aus dem Investitions- und Tilgungsfonds des Bundes bereits ausgeschöpft waren. Im ersten Quartal des Jahres 2010 startete der Automobilmarkt deswegen erwartungsgemäß erst einmal schwach. Die Neuanschaffung von Kraftfahrzeugen verlief sehr gemächlich und zudem habe sich auch der lange und strenge Winter auf die Kauflust der Konsumenten ausgewirkt. Viele warteten noch den ein oder anderen Monat ab, um sich durch den Gang ins Autohaus über mögliche Modelle, Preisklassen und Angebote zu informieren. Der deutsche Pkw-Markt habe laut einer Studie in den ersten Monaten des neuen Jahres ein Minus von 19,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erlitten.
Besserung sollte die Auto Mobil International (AMI)-Messe im April in Leipzig versprechen. Als größte Käufer- und Kundenmesse sollte sie den Pkw-Markt beleben sowie neue Impulse in der deutschen Autoindustrie setzen. Die Messe war mit 282.000 Besuchern gut besucht und fungierte als etablierte Informationsplattform für Autoliebhaber sowie Verbraucher, die sich einen neuen Wagen anschaffen wollen. Dabei reichte das Angebot von Probefahrten über den Vergleich der Angebotsvielfalt der Automarken bis hin zur Information über zukunftsweisende umweltschonende Technologien.
Zu neuen Methoden des Umweltschutzes in der Automobilbranche wurde eine ganze Palette umweltschonender Technologien vom Erdgas- und Flüssiggas über Hybrid-, Elektro- und Wasserstoffantrieb vorgestellt. Dabei stand das Motto „Freude am Automobil vereint mit ökologischen Erfordernissen“ im Mittelpunkt. Der Schritt zur Umweltfreundlichkeit steht nicht nur bei Verbrauchern, sondern mittlerweile auch bei fast allen Autohäusern und Automobilherstellern hoch im Trend. Fraglich bleibt bei einem derartigen Boom immer nur, inwiefern es sich wirklich um authentisches Umweltbewusstsein oder nur um wirtschaftliche Imagepflege handelt. Sollte uns letztendlich aber auch egal sein, so lange die Erfolge durch umweltschonende Fahrzeuge erreicht werden.
Das Thema Klimawandel sei überall präsent, deswegen auch in der Automobilbranche. Verbraucher sind wissbegierig nach neuen Technologien, insbesondere lässt sich ein steigendes Interesse an E-Autos erkennen. 37 Prozent der deutschen Kernzielgruppe ziehen beim Autokauf für die Zukunft E-Fahrzeuge in Erwägung. Dieser großen Bereitschaft steht jedoch noch eine unzureichende Information der Verbraucher entgegen: laut einer Umfrage fühlen sich 65 Prozent der befragten Kunden nicht ausreichend über dieses Zukunftsthema informiert, obwohl sie wissenshungrig alle verfügbaren Medienberichte über Elektrofahrzeuge mit großem Interesse verfolgen.
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