Trotzdem die Autoverkäufe wieder anziehen, rechnet Volkswagen nicht damit, dass sich der Automobilmarkt schnell erholen wird und damit das Ende der Krise noch lange nicht erreicht ist. Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn sagte am Donnerstag in Wolfsburg, dass all jene, die bereits den Aufschwung ausrufen, stark an der Realität vorbei gingen. Die Branche habe noch einen langen und steinigen Weg vor sich. Frühestens 2012 werde das Absatzniveu von vor der Krise wieder erreicht werden.
Abwrackprämie bringt Rekordverkäufe
Im Januar war der Autokonzern aus Wolfsburg gut gestartet und verkaufte 1,02 Millionen Golf, Audi, Passat, Polo, Skoda und so weiter. Damit schafften sie im Januar und Februar 27 Prozent mehr Autos als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahlen des vergangen Jahres waren hingegen auch sehr schwach. Die Kunden machten zu Beginn des Jahres 2009 einen großen Bogen um Autohäuser. Erst mit der Abwrackprämie fingen die Menschen wieder an Fahrzeuge zu erwerben. Genau diese hatte VW trotz der Wirtschaftskrise einen Rekord bei den Verkäufen eingebracht. Es gelang den Wolfsburgern mit 6,29 Millionen verkauften Neuwagen den Wert des Vorjahres um 1,1 Prozent zu übertreffen. Damit sind sie ihrem Ziel, Toyota bis zum Jahr 2018 zu überholen, ein ganzen Stück näher gekommen. Durch die Prämie wurden allerdings nur die Verkäufe der günstigeren und weniger profitablen Kleinwagen angekurbelt.
2010 wird ein schweres Jahr
Volkswagen steht mittlerweile weltweit auf dem dritten Platz. In diesem Jahr möchten sie mit vielen neuen Modellen weiter zulegen. Christian Klingler, der Konzernvertriebsvorstand, warnte jedoch bereits davor, dass das Jahr 2010 für sehr viele Länder ein schweres Jahr werden könnte, da die Abwrackprämie nun ausgelaufen ist. Als Ertragsperle des Konzerns erwies sich im vergangenen Jahr wieder einmal die VW-Tochter Audi. Die Ingolstädter stemmten einen Großteil des operativen Konzerngewinns. Sie fuhren einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro ein. Der Gesamtgewinn betrug 1,9 Milliarden Euro. Mit 561 Millionen Euro steuerte die Kernmarke VW nur einen ganz geringen Teil dazu bei.
Bis 2018 die Weltspitze erobern
Volkswagen hat sich ehrgeizige Ziele auf dem Weg an die Weltspitze gesetzt. Auf mittelfristiger Sicht strebt der Konzern einen Verkauf von rund acht Millionen verkauften Neuwagen und Nutzfahrzeugen jährlich an. Mit inbegriffen sind alle neun Marken von Audi bis hin zum LKW-Hersteller Scania. Damit wären dieses noch einmal 27 Prozent mehr als im vergangenen Jahr 2009. Mehr als zehn Millionen Autos sollen bis zum Jahr 2018 an die Kunden ausgeliefert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt will VW den japanischen Autohersteller Toyota von der Weltspitze ablösen, Dieser leidet zur Zeit massiv an Qualitätsproblemen. Damit sind die Voraussetzungen für den deutschen Fahrzeughersteller gar nicht schlecht.
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