Für die Premium-Autohersteller geht es nach dem Krisenjahr 2009 wieder bergauf und sie verkaufen wieder mehr Autos. Experten warnen BMW, Daimler und Audi allerdings davor, sich zu sicher zu fühlen, denn noch ist die Wirtschaftskrise nicht ganz überwunden.
Die Chefs der deutschen Premiummarken sind sich dessen sehr wohl bewusst und legen ihre Hoffnungen in die neuen Modelle und in die stark wachsenden Absatzmärkte wie China und Indien. Daimler war von der Branchenkrise im letzten Jahr stark betroffen und konnte lange keine schwarzen Zahlen schreiben. Audi musste zwar einen Rückgang der Gewinne von knapp 40 Prozent hinnehmen, durch das Krisenjahr 2009 hat es der Ingoldstädter Autohersteller, der zum VW-Konzern gehört, so gut wie unbeschadet geschafft. Wie es bei BMW aussieht wird sich erst noch zeigen, das bayrische Unternehmen wird die Geschäftszahlen fürs letzte Jahr erst nächste Woche vorlegen.
Das Jahr 2010 startete jedenfalls bei allen drei Autoherstellern weit besser, als das letzte Jahr endete. Die Absätze stiegen zu Anfang des Jahres leicht an, auf dem deutschen Automarkt konnte allerdings nur BMW eine Zunahme verbuchen.
Opel-Werk in Bochum ist nach wie vor nicht sicher
Im Vergleich zu Opel sind die Sorgen der Premiumhersteller, die sich um steigende Absatzzahlen und neue Modelle drehen, klein und unwichtig. In Bochum wird derzeit um jede Minute, die das Opel-Werk dort weiter bestehen darf verhandelt. Besonders dem Betriebsratchef, Rainer Einekel, des Bochumer Opel-Werk geht es darum, nicht einfach aufzugeben, obwohl er sich schon seit langem bewusst ist, dass es nicht mehr all zu lange dauern wird, bis sein Opel-Werk geschlossen wird. Schon seit über einem Jahr heißt es für die Opelaner in Bochum bis zu zehn Tage im Monat Kurzarbeit. Daran ist allerdings nicht nur die Weltwirtschaftskrise schuld, sondern auch die Krise der Marke Opel und die Tatsache, dass das Werk in Bochum nicht den modernen Standards entspricht und die Technik veraltet ist. Schon seit längerem wurde nicht mehr in das Werk investiert, woran auch Einekel selbst einen Teil der Schuld trägt. Um Investitionen einzutreiben wurde das Werk nach außen hin immer älter gemacht als es wirklich ist, was allerdings eine gegenteilige Reaktion zur Folge hatte, nämlich keine Investitionen.
Tatsache ist, dass sich Autos der Marke Opel schon seit längerem nicht mehr so gut als Neuwagen verkaufen und vom wieder aufblühenden Handel mit Gebrauchtwagen profitieren die Opelaner in Bochum schließlich nicht. Die Werkschließung ist also nur noch eine Frage der Zeit, auch wenn Einekel das nicht wahr haben will und weiter kämpfen wird.
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