Mehrere Hersteller und Entwickler arbeiten an einer Technik, die alle Autos durchgehend per Internet vernetzen soll. Damit könne zwar mehr Sicherheit und Bequemlichkeit realisiert werden, berichtet die “Welt”. Aber auch der Risikofaktor der Überwachung steigt.
Alle Fahrzeuge werden in nicht allzu ferner Zukunft rund um die Uhr mit dem Internet verbunden sein, so die Zeitung weiter. Hierdurch könnten die Autos gewissermaßen intelligent handeln und dem Fahrer ein großes Spektrum an bisher ungeahnten Möglichkeiten eröffnen.
So würden die Autos sich zum Beispiel gegenseitig in Echtzeit exakt orten und zuordnen können und somit Unfälle frühzeitig vorausahnen und durch entsprechende Warnungen verhindern. Die Warnsignale würden von Auto zu Auto übertragen werden und auch Verkehrsleitgeräte wie Ampeln, Verkehrsschilder und Parkleitsysteme könnten in das Netz integriert werden. Durch diese sogenannte “Car-to-X-communication” wäre eine sehr viel effizientere und sicherere Steuerung des Straßenverkehrs möglich. In einem noch bis 2012 laufenden Großprojekt in Hessen werden bald sogar Tankstellen und EInkaufszentren gehören. Volkswagen verfolgt in seinem “Connected World” – Projekt auch die Vernetzung von Auto und Eigenheim.
Bequem, aber gläsern
Darüber hinaus würde es dem Fahrer aber auch ermöglicht, durch die lernfähigen und eigenständigen Programme und Bordgeräte des Wagens praktische und bequeme Dienste benutzen zu können. Über das Internet könnten so per Sprachcomputer während der Fahrt Tickets oder Parkplätze gebucht werden oder automatisch Radiosendungen und Online-Podcasts aufgezeichnet und wiedergegeben werden. Auch ein interaktiver, durch das Navigationssystem betriebener Reisführer wäre denkbar, so die “Welt”. Das Ziel sei letztendlich eine Rundum-Sorglos-Paket, für das die Verbraucher auch bereit sind, zu zahlen, erklärt BMW-Sprecher. Denn nur der Sicherheitsaspekt würde als Kaufgrund nicht ausreichen.
Problematisch ist bei aller schönen Zukunftsvision allerdings der Aspekt des “gläsernen Menschen”, der sich hier auf das Auto ausweiten würde. So gut wie alle per Internet übertragenen Daten werden früher oder später einmal von ungewollten Dritten gelesen – das wird sich auch bei der Auto-Kommunikation schwerlich verhindern lassen. In diesem Zusammenhang erscheint aber nicht nur die automatische Preisgabe persönlicher Information als Problemfaktor, sondern auch das Missbrauchen des Netzes. Ein Hacker könnte so durch einen unerlaubten Zugriff und Datenmanipulation ein beispielloses Verkehrschaos anrichten. So haben alle Fortschritte und Entwicklungen nun einmal auch ihre Schattenseiten, die es bei der Forschung zu berücksichtigen und möglichst auszulöschen gilt. Eines ist sicher: Die neue Technologie wird kommen und das Autofahren revolutionieren – nur wann sie marktfähig und sicher anwendbar sein wird, ist noch nicht absehbar.
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